Zahlreiche Protest-Emails erreichen aktuell den Stadtrat — von Mitgliedern der BI, tanzbegeisterten Bürger*innen und vielen weiteren Engagierten. Die Stimmung ist deutlich: Viele Menschen melden sich zu Wort, um die Politik wachzurütteln und klarzumachen, dass Grünflächen und Gemeinwohl nicht leichtfertig verhandelbar sind.
Warum jetzt?
Diesen Mittwoch (20.05.) stehen entscheidende Gespräche der Fraktionen mit dem OB‑Amt an. In diesen Verhandlungen soll ein Kompromiss gefunden werden, der über die Zukunft der Flächen im Grüngürtel entscheiden kann.
Wir befürchten, dass dabei ein fauler Kompromiss zustande kommen könnte: Zwar zeichnet sich ab, dass die Variante „Sporthof“ (yeah!) eine Mehrheit finden könnte und somit kein Großfußballfeld am Höniger Weg beschlossen würde, doch gleichzeitig wird SC Fortuna offenbar Ausgleichs‑Kunstrasen an anderer Stelle im Grüngürtel angeboten — eine Entwicklung, die wir weder nachvollziehen noch akzeptieren können.
Denn Fortuna hat kein Anrecht auf diese Flächen und zudem hat der Verein nie einen Bedarf an einer Fläche im Grüngürtel angemeldet. ( siehe Interview mit Dr Joachim Bauer)
Das Fußballfeld (Variante „Sportfeld für die Uni“ in der Parkstadt Süd) war für den Bedarf der Uni gedacht und erst in zweiter Linie für den Bedarf einzelner Vereine. Auch wenn dieser Bedarf mittlerweile hinfällig geworden ist: Der Verein, der ein Anrecht auf die Mitbenutzung dieser Flächen haben sollte, ist SV Agrippina Germania Köln e. V..
Dass SC Fortuna e. V. nun versucht, sich diese Flächen zu sichern, halten wir für unangemessen – zumal der tatsächliche Platzbedarf des Vereins bereits durch die geplante Sanierung des Jean‑Löring‑Sportparks nachweislich gedeckt wird. (Nutzerbedarfsanalyse 2023)
Zur Klarstellung: Der Jean‑Löring‑Sportpark, die Heimat der Fortuna, ist dringend sanierungsbedürftig und wurde auch deshalb in die Planungen der Parkstadt Süd aufgenommen. Die Stadt plant Investitionen von über 100 Millionen Euro, um die Sportstätten für die Zukunft zu rüsten. Durch den teuren Umbau wird die Kapazität dieser Kreissportanlage erheblich gesteigert und kann somit den Mehrbedarf der Fortuna durch das neue Wohngebiet und mögliche sportliche Aufstiege dauerhaft fit zu machen. (Quellen unten)
Glückwunsch an die Fortuna zum Aufstieg in die 3. Liga!
Dennoch rechtfertigt dieser Aufstieg keinen neuen Flächenanspruch.
Wir fordern:
- Dass der Grüngürtel grün und offen für alle Köln*innen bleibt
- Die Ergebnisse der Nutzerbedarfsanalyse 2023 gelten: JLSP‑Ausbau deckt den Mehrbedarf. Somit kein Anrecht der Fortuna auf Grünflächen
- Keine Ausverkauf der Grünflächen für eingezäunte Kunstrasenfelder einer kleinen Elite. (=Breitensport auf hohem Niveau)
- Kein Anbieten von Flächen für Fortuna ohne nachgewiesenen Bedarf. (z.B. Sportentwicklungsbericht)
- Parteien, die SC Fortuna unterstützen, sollen das offen benennen — nicht mit „Allgemeinwohl“ und „Jugendförderung“ kaschieren.
- Wenn mit Mädchenförderung argumentiert wird, müssen Frauen‑ und Mädchenrechte im Verein auch an anderer Stelle gelebt werden.
Quellen:
Nutzerbedarfsanalyse für den Aus- und Umbau des Jean-Löring-Sportparks: (46 Seiten) https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=964607&type=do
KSTA Artikel zum 100 Mill. Euro Ausbau des JLSP:
Interview Dr Joachim Bauer:
https://sporthof-fuer-alle.de/2025/08/31/es-wurde-kein-bedarf-von-seiten-des-sportamtes-oder-von-sc-fortuna-an-einem-sportplatz-im-bereich-der-geplanten-oeffentlichen-gruenflaeche-innerer-gruenguertel-vorgetragen/







