Warum der „Sporthof“ die bessere Lösung für Köln ist

Ein Gespräch mit Dipl. Ing. Katrin Piesch

Köln steht vor riesigen Aufgaben, fit werden für lebensbedrohliche Klimaveränderungen und gleichzeitig vor einer Jahrhundertchance, der Vollendung des inneren Grüngürtels.
Viele wichtige Entscheidungen diesbezüglich werden die künftige Nutzung eines zentralen Stadtteils betreffen. Katrin Piesch, eine engagierte Bürgerin und Expertin (Planerin, Architektin), appelliert an die Verantwortlichen im Stadtrat, die Chance zu ergreifen und sich für die Variante „Sporthof“ zu entscheiden – eine Lösung, die zahlreiche Vorteile für die Stadt, die Menschen und ihr Wohnumfeld bietet.

Zunächst betont Katrin Piesch, wie wertvoll der innere Grünzug Kölns ist: „Das Innere Grün** ist kostbares Erbe der historischen Stadtentwicklung.“ Es ist die größte Grün- und Erholungsfläche zwischen dicht bevölkerten Stadtteilen und muss geschützt, erweitert und an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden. Genau hier setzt die Entscheidung an: Wie soll dieser grüne Raum gestaltet werden?

Die beiden Optionen, die zur Debatte stehen, sind das „Sportfeld“ mit einem Großfußballplatz und das „Sporthof“-Konzept. Das „Sportfeld“ zeichnet sich durch einen großen Kunstrasenplatz aus. Dieses Feld besetzt den vorhandenen Raum vollständig, es wirkt an dieser schwierigen Stelle wie ein Stopfen. Was bedeutet, dass der Weg durch den Park an diesem Punkt unterbrochen wird.

Zudem ist der große Kunstrasenplatz eine zusätzliche Hitzeinsel. Ein Kunstrasensportfeld heizt sich enorm auf und verstärkt die Hitzeprobleme in der Stadt: „Darauf spielen kann man dann nicht mehr, es müßte zuvor mit Wasser heruntergekühlt werden, um im Sommer bzw. an heißen Tagen bespielbar zu sein.“

Im Gegensatz dazu bietet die Variante „Sporthof“ eine offene, durchlässige Gestaltung, die eine durchgehende Verbindung ermöglicht. Mehrere unterschiedliche Nutzungsflächen werden durch Bäume und Grünräume voneinander getrennt, die Schatten und Verdunstungsflächen schaffen.  „Damit kann die Umgebungstemperatur spürbar um mehrere Grad gesenkt werden – ein entscheidender Vorteil angesichts der zunehmenden Hitzewellen. Das Ziel einer Frischluftschneise wird nur mit der Variante „Sporthof“ erreicht“, erklärt Katrin Piesch. Auf kühlende Flächen zu Gunsten eines weiteren Großfußballfeldes zu verzichten, sollte sich die Stadt Köln gut überlegen.

Auch bei Wasser und Starkregen zeigt sich der Vorteil des „Sporthofs“ deutlich: Die Flächen sollen vollständig entsiegelt werden und das Gelände kann so modelliert werden, dass es Starkregen vorübergehend auffangen kann. Damit kann Regenwasser versickern und Starkregenereignisse können besser abgefedert werden. Ein Kunstrasenplatz ist im Sinne von Regenentwässerung oder gar Starkregenereignissen eine versiegelte Fläche, die entwässert werden muss. Im Gegensatz zum „Sportfeld“ mit seinem Drainagesystem, das bei Starkregen die Kanalisation zusätzlich belastet, trifft das „Sporthof“-Konzept Vorsorge gegen Hitze und Extremwetterereignisse.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die soziale Nutzung. Während das „Sportfeld“ eine Monofunktionalität für Fußballfspielende bietet, ist der „Sporthof“ offen für alle. Für Fußballfans gibt es an dieser Stelle bereits ausreichende Flächen, auch für zukünftige Nachfrage aus der Parkstadt Süd. „Das vielfältig gestaltete Gelände eines „Sporthofs“ mit einer großen Anzahl verschiedener Nutzungsmöglichkeiten ist jederzeit für jeden zugänglich- vereinsungebunden.“ Es schafft Räume für Bewegung, Treffen und Spiel für Menschen jeden Alters und jeder Interessenlage.

Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis spricht für den „Sporthof“: Die Kosten sind mit 16,5 Millionen Euro günstiger als das „Sportfeld“ (18,1 Millionen). Dieses Geld kann besser in andere wichtige Projekte investiert werden, etwa in die Verbesserung der Nachbareinrichtungen oder den Ausbau von Freiräumen.

Abschließend fasst Katrin Piesch zusammen: „Jeder, der sich bewegt, am besten mit anderen und draußen, macht schon alles richtig.“ Angesichts der hohen Flächennachfrage, der Klimaprobleme und der vielfältigen Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger ist das „Sporthof“-Konzept die verantwortungsvolle, nachhaltige, soziale und kostengünstigere Lösung für eine lebenswerte Zukunft in Köln.

Quelle der Grafik: https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2025/dlr-zeigt-hohe-hitzebelastung-in-deutschen-grossstaedten (30.08.2025)